Georg Tilg

„Wenn Sie mir sagen, ich solle dort drüben einen See bauen, dann wird dort in zwei Jahren ein See sein.“

Georg Tilg, Jahrgang 1970, aufgewachsen in Gratkorn bei Graz. Papiermacher. Versicherungsverkäufer. Vorstand. Pensionist mit 35. Unternehmer seit 2007.
Diese Seite handelt nicht davon, was er verkauft. Sie handelt davon, wie er denkt.

Wer er ist

Georg Tilg wurde 1970 in Graz geboren und ist dort geblieben. Nicht aus Mangel an Alternativen, sondern aus Überzeugung.

Graz ist für ihn die Stadt, die groß genug ist, um gut zu verdienen, und klein genug, dass die Intimität gewahrt bleibt. Mit dem Flugzeug zwei Stunden nach Mallorca, mit dem Auto drei Stunden ans Meer — und immer wieder gerne zurück.

Er ist Vater von vier Kindern und Großvater eines Enkelsohnes. Die Beziehungen zu den drei Müttern seiner Kinder haben nicht gehalten. Zuerst war er zu jung, später hatte er zu viel Arbeit, dann zu wenig Zeit. Er sagt das ohne Beschönigung, weil es zur Rechnung gehört, die dieser Weg aufgemacht hat.

Was ihn nicht beschäftigt, sagt über ihn ebenso viel aus wie das, was ihn antreibt: „Mich interessieren viele Dinge nicht. Ich schaue auch keine Nachrichten.“ Was kommt, wird er bemerken, wenn es da ist — und dann schauen, was sich daraus machen lässt. Im ersten Lockdown 2020 fiel ihm auf dem Weg ins Büro auf, dass er der Einzige auf der Straße war.

Sein Weg

  1. bis 9

    Gratkorn

    Die Familie wohnte zu viert auf 40 Quadratmetern. Das WC lag am Gang, statt einer Dusche gab es ein Schrankbad. Gefehlt hat ihm nichts.

    Volksschule, Hauptschule, polytechnischer Lehrgang, dann die Lehre als Papiermacher in der Papierfabrik des Heimatorts.

  2. 19

    Der Ausbruch

    Ein Strukturvertrieb sprach ihn an: Lebensversicherungen als Pensionsvorsorge. Nach sechs Monaten gab er den Beruf in der Papierfabrik auf. Nicht, weil er mehr verdienen wollte — sondern weil er weniger arbeiten wollte.

  3. 21

    Zu viel, zu früh

    In seinem besten Monat verdiente er 100.000 Schilling. Er leaste sich einen BMW, ohne zu wissen, wofür. Es gehörte eben dazu. Bis zu dem Tag, an dem er im wahrsten Sinn des Wortes übers Limit schoss und seine Kreditkarte am Bankschalter zerschnitten wurde.

    Er setzte sich erstmals mit seinen eigenen Zahlen auseinander. Alle offenen Rechnungen wanderten in eine Schuhschachtel, eine nach der anderen zahlte er ab. Mit 25 und einer sehr guten Bekanntschaft mit dem Exekutor baute er sein Leben neu auf.

  4. 19 Jahre

    Aufbau

    Er kaufte sich als Mitgesellschafter in eine Finanzfirma ein, aus der später eine Aktiengesellschaft wurde. Zuletzt war er dort zweiter Hauptaktionär und Vorstand für Verkauf, Vertrieb, Ausbildung und Marketing. Eine 100-Stunden-Woche war keine Seltenheit.

  5. 35

    Der Bruch

    Dann kam das Burnout. Zermürbt hat ihn nicht die Arbeitsmenge, sondern das persönliche Unbehagen über eine Firmenstruktur, in der er Versprechen an seine Mitarbeiter oft nicht halten konnte.

    Er verkaufte seine Anteile und trat seinen Ruhestand an — und stellte fest, dass in einem Kasten voller Hemden und Anzüge kein einziges Poloshirt hing.

  6. 2007

    Neuanfang

    Nach zwei Jahren wurde das Nichtstun langweilig. Leute aus seiner früheren Firma kamen auf ihn zu und fragten, ob man nicht gemeinsam etwas machen wolle. „Also gut“, lautete seine Antwort, „dann gründen wir ein Unternehmen.“

    Das war die Geburtsstunde der heutigen Captura Unternehmensgruppe. Gegründet aus Freude, nicht aus Not — nach allen Erfahrungen war ihm klar, dass er es anders nicht mehr wollte.

  7. heute

    Woraus das geworden ist

    Aus dem Unternehmen von damals ist einer der größten Anbieter für Anlegerwohnungen in Österreich geworden. Der Weg dorthin ist für ihn weniger bemerkenswert als die Entscheidung, die am Anfang stand: nur mehr das zu tun, was Freude macht.

Woran er sich hält

Durch Teilen reich werden

Die Philosophie seines Unternehmens, und sie ist wörtlich gemeint. Wer gibt, bekommt mehr zurück, als er abgibt. Fliegt eine Million aus dem einen Fenster hinaus, fliegen beim anderen zwei wieder herein.

Es gibt immer eine Lösung — deshalb kann er Risiko

Er fürchtet sich nicht vor dem, was passieren könnte. Wenn es soweit ist, wird er es merken. Genau diese Haltung macht es ihm möglich, unternehmerisch Risiken einzugehen, vor denen andere stehenbleiben.

Was er sich vorstellt, zieht er in sein Leben

Absolute Beharrlichkeit, penible Planung und eine sehr hohe Vorstellungskraft dafür, wie etwas umsetzbar ist — das sind die drei Gründe, denen er seinen Erfolg zuschreibt. „Es gibt nichts, wo ich nicht durchgehe.“

Fehler muss man aushalten können

Er hat sich ein Team aufgebaut und gesteht seinen Mitarbeitern Fehler zu. Man müsse auch zuschauen können, wenn jemand einen Fehler macht. Eine Grenze dafür, dass etwas nicht funktioniert, kennt er nicht.

Geld macht frei, aber nicht glücklich

Er mag es, Geld zu haben, wichtig ist es ihm nicht — er weiß ja, dass er aus allem etwas machen kann. Das entspannt ihn ungemein. Und er weiß auch, was dieser Karriereweg gekostet hat: vor allem Privatleben.

Seit 24 Jahren ein schriftlicher Jahresplan

Jedes Jahr hält er fest, was er in den kommenden zwölf Monaten erreichen will — wirtschaftlich, beruflich und persönlich. Auch die Verbesserung seines Golfhandicaps stand schon darauf.

Abseits davon

Sein Arbeitstag beginnt um halb acht. Aufgestanden ist er da schon dreieinhalb Stunden.

Der Tag startet auf den hauseigenen Trainingsgeräten. Er kocht gerne — es entspannt ihn, wenn er sich ausgiebig um die Zubereitung eines simplen Salats kümmert. Er spielt Golf. Er ist gerne alleine am Berg oder auf Mallorca, lebt aber trotzdem lieber in einer Beziehung.

Und er kennt sich mit Astrologie aus — weil er sie verstehen wollte, also hat er sie gelernt. Jetzt weiß er, dass er als Stier mit Aszendent Widder wahrscheinlich auch deshalb eine steile Karriereleiter hinaufgestiegen ist.

„Graz ist für mich die schönste und beste Stadt der Welt. Die Stadt hat eine Größe, in der du gut Geld verdienen kannst und wo die Intimität gewahrt bleibt.“ Graz ist anders, weil …

Was er unternehmerisch macht

Über der unternehmerischen Tätigkeit steht die GT Consulting GmbH als Holding. Darunter arbeiten mehrere Gesellschaften operativ, die bekannteste davon die Captura Unternehmensgruppe in Graz.

Der Schwerpunkt liegt seit Jahren auf der Immobilie als Vorsorge: Anlegerwohnungen, durchgerechnet und begleitet von der ersten Konzeption bis lange nach der Fertigstellung. Vier Standorte in Österreich, rund 260 externe Vertriebspartner, eine Niederlassung auf Mallorca.

Alles Weitere dazu auf captura-group.cc.

Gedanken

Seit 2007 schreibt Georg Tilg die Kolumne „Mein Geld“ im Grazer Magazin Grazetta.

Knapp zwanzig Jahre, in denen er öffentlich über Geld, Vorsorge und Entscheidungen nachdenkt — keine Produkttexte, sondern Haltung.